Kopieren erlaubt!

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Es gibt Inhalte, die du ohne andere zu fragen kopieren, bearbeiten und veröffentlichen darfst. Man spricht dann von "freien Inhalten". Eines der besten Beispiele für freie Inhalte im Netz ist die Wikipedia. Jeder darf die dortigen Inhalte nutzen, bearbeiten und weiter verwenden. Das wird durch die Lizenz ermöglicht, unter denen Wikipedia-Artikel veröffentlicht werden. Dadurch wird jedem Nutzer die freie Bearbeitung erlaubt, ohne dass er die jeweiligen Urheber um Erlaubnis bitten muss.

Auch sogenannte "gemeinfreie Inhalte" dürfen ohne Einschränkung genutzt werden. Das sind Inhalte deren freie Nutzung früher verboten war, heute aber nicht mehr. Die Fristen für das Verbot sind dort nämlich abgelaufen. Für diese speziellen Inhalte wird manchmal auch der englische Begriff "Public Domain" (öffentlicher Raum) verwendet, weil sie jetzt von allen Menschen in jeder Hinsicht benutzt werden dürfen.

Wie funktionieren solche freien Lizenzen? Wo findest du freie Inhalte? Wie kannst du sie benutzen? Das willst du wissen? Dann lies' bitte aufmerksam weiter:

Copyleft - Freie Programme

Freie Lizenzen ermöglichen es, Inhalte ins Netz zu stellen, sodass sie ohne Genehmigung weitergenutzt werden dürfen. Derjenige, dem die Rechte gehören, kann mit der Verwendung von Lizenzen jedem ein einfaches Recht zur Nutzung einräumen. Das heißt, du darfst freie Inhalte kopieren und verbreiten. Manchmal ist es auch erlaubt, diese Inhalte zu verändern und zu bearbeiten.

Dabei entstehen sogenannte "abgeleitete Werke". Werden diese nun auch unter eine freie Lizenz gestellt, erhält man den so genannten Copyleft Effekt. Manchmal wird dies auch als "Share alike" bezeichnet.

Es bedeutet eigentlich nichts anderes als: "Einmal frei, immer frei." Mit dem Copyleft Effekt erreicht man also, dass Inhalte, die einmal unter eine freie Lizenz gestellt wurden, auch nach Bearbeitungen frei bleiben.

Freie Inhalte

Max fragt: "Wofür brauche ich denn freie Inhalte?"

Wer Material für eigene Videos oder seine Website sucht, wer Flyer erstellen oder einfach nur kreativ etwas am Computer basteln möchte, kann auf freie Inhalte zurückgreifen. Jede freie Lizenz ermöglicht zumindest das Kopieren und Verbreiten von Inhalten.

Wenn du mit der Nutzung oder Bearbeitung Geld verdienen willst, solltest du jedoch genau auf die Bedingungen der Lizenz achten. Manche schließen diese beiden Möglichkeiten aus unterschiedlichen Gründen aus.

Freie Lizenzen

Weit verbreitet für die Lizenzierung freier Inhalte sind die Creative Commons, die nach dem Baukastenprinzip funktionieren. Es gibt unterschiedliche Lizenzen, die jeweils verschiedene Dinge erlauben oder ausschließen. So kann sich jeder die passende Lizenz für sein Werk zusammenbasteln. Wenn du den Namen des Autors/Rechteinhabers angibst, dann darfst du sein Werk für private und kommerzielle Zwecke nutzen und bearbeiten.

Wenn du den Namen des Autors/Rechteinhabers angibst, darfst du das Werk nutzen, allerdings nicht zu kommerziellen Zwecken. Auch Bearbeitungen sind für kommerzielle Zwecke nicht erlaubt. Jeder darf freie Lizenzen für seine Werke nutzen. Auch du könntest unter einer CC Lizenz veröffentlichen. 

Fotokamera

Du bist ein begeisterter Fotograf? Du möchtest, dass andere deine Fotos weiterverwenden? Dann überlege dir einfach, welche Bedingungen für dein Foto gelten sollen, gehe auf die Website der Creative Commons und wähle die passende Lizenz. Und du brauchst keine Angst haben, dass jemand dein Foto als sein eigenes ausgeben darf. Denn: Der Rechteinhaber oder Urheber muss immer genannt werden. Dieses Recht hast du immer, egal welche Lizenz du nutzt. 

Hier geht's zur deutschen Seite der Creative Commons: 

http://de.creativecommons.org/

 

Open Source

Für die Programmierer unter euch: Auch Software kann unter einer freien Lizenz stehen. Diese Software wird dann Free- oder Open Source Software genannt. Die Idee des Copyleft hat sogar ihren Ursprung in der Open Source Software. Warum? Nun, Software ist eigentlich genau wie künstlerische Werke geschützt. 

Das heißt, du darfst den Code nicht verändern und weiter verbreiten. Einige Menschen sind damit aber nicht einverstanden. Sie möchten, dass Programme weiter entwickelt und verbreitet werden. Daher hat die Free Software Foundation die GNU General Public Licence (GNU GPL) entwickelt, die genau das erlaubt. Der Internetbrowser Firefox und das Betriebssystem Linux stehen z. B. unter dieser Lizenz.

Übrigens: Open-Source-Software ist nicht immer gleich Free-Software, obwohl diese Begriffe häufig für dasselbe verwendet werden. Open Source bedeutet in der Regel, dass der Code offen ist und du ihn verändern darfst. Wie ihr seht, gibt es eine Menge Möglichkeiten, Lizenzen einzusetzen und recht unterschiedliche Bedingungen. 

Neben den Creative Commons und der GNU GPL gibt es noch viele mehr zu entdecken. Eine gute Übersicht, vor allem für den Bereich Software, findet ihr unter: http://ifross.org/lizenz-center

Nun möchte der eine oder andere von euch sicherlich gleich loslegen. Bleibt also nur noch die Frage zu klären: 

Wo kannst du freie Inhalte finden?

Max fragt: "Wo finde ich freie Inhalte im Netz?"

Es gibt unterschiedliche Wege, freie Inhalte im Netz zu finden. Google bietet die Möglichkeit bei der erweiterten Suche einen Lizenzfilter einzuschalten. Dies funktioniert bei der Web- und der Bildersuche. Creative Commons bietet unter http://search.creativecommons.org eine Metasuchmaschine, die verschiedene Quellen durchsucht, die freie Inhalte anbieten. 

Allerdings sollte immer geprüft werden, ob die Inhalte wirklich unter einer freien Lizenz stehen. Weder Google noch Creative Commons übernehmen für die Suchergebnisse eine Gewähr. In einigen Fällen bieten auch Verlage aktuelle Bücher zur freien Nutzung an. So zum Beispiel O`Reilly und Open Source Press unter der Kategorie OpenBooks.