Max glaubt: "Die paar Lieder, die ich runterlade... das interessiert doch keinen!"

Max lädt sich gerne Musik runter. Dazu nutzt er Tauschbörsen, deren Netzwerke auf dem peer-to-peer-Prinzip funktionieren. Wenn ein Nutzer etwas herunterlädt, stellt er seine Dateien gleichzeitig den anderen Nutzern zur Verfügung. Er lädt also nicht nur Dateien herunter, sondern bietet auch Inhalte zum Upload an.

Max findet die Nutzung von Tauschbörsen völlig in Ordnung. Das machen doch viele, oder? So schlimm kann es dann ja nicht sein.

Nun haben die Eltern von Max jedoch eine Abmahnung von einem Anwalt bekommen. Sie werden aufgefordert innerhalb von zwei Wochen 450 Euro für einen Musiktitel zu zahlen. Max ist entsetzt, die Eltern ratlos. Was können sie jetzt machen?

Du möchtest wissen, was man bei Abmahnungen tun kann? Dann schau hier nach: Abmahnung: Erste Hilfe

Eltern haften für ihre Kinder

Am Donnerstag, den 11.06.2015, hat der Bundesgerichtshof (BGH) ein wichtiges Urteil zum Thema Filesharing und illegale Musikdownloads gefällt. In drei Fällen wurden Inhaber eines Internetanschlusses zu hohen Schadensersatzzahlungen verurteilt. Mit diesem Urteil bestätigt das höchste deutsche Zivilgericht, dass Eltern für ihre Kinder haften, wenn diese im Netz illegal Musik tauschen. Als Begründung führen die Richter an, dass die Eltern nicht nachweisen konnten, dass sie zuvor ihre Kinder hinreichend über mögliche Rechtsverstöße im Netz aufgeklärt hatten.

Es ist nämlich so, dass Eltern nicht haften, wenn sie ihre Kinder darüber aufklären, dass urheberrechtlich geschützte Werke über Filesharing-Programme gesetzeswidrig sind und hierfür feste Verbote aufgestellt haben. Doch wie können Eltern in solch einer Situation dem Richter bescheinigen, dass das Kind ausreichend unterrichtet wurde?

 

Netzdurchblick hat die Lösung! Unser Team hat einen neuen „Urheberrechts-Workshop für Jugendliche“ konzipiert, welcher in Schulen, Bibliotheken und weiteren Medieneinrichtungen durchgeführt werden kann. Worum es dabei geht? Die Jugendlichen bekommen sowohl theoretischen als auch praktischen Input zu dem Thema „Urheberrecht“ mit dem Schwerpunkt zum Thema Musiknutzung im Netz. Zum Abschluss gibt es für jeden Teilnehmer einen kleinen Wissenstest: Wer diesen besteht, bekommt ein Netzdurchlick-Urheberrechts-Zertifikat. Mit diesem Zertifikat können Eltern nachweisen, dass sie ihr Kind über Urheberrechtsverstöße im Netz aufgeklärt haben.


Termine für aktuelle Workshops findest du hier.

Warum ist die Nutzung von Tauschbörsen illegal?

Eigentlich ist die Nutzung von Tauschbörsen nicht verboten. Das Problem ist nur, dass dort meistens geschütztes Material angeboten wird. Der Urheber (also der Mensch, der es erschaffen hat) hat aber nicht erlaubt, dass z. B. seine Musik dort zum Download angeboten wird. Lädst du die Musik nun herunter, wird eine Kopie hergestellt. Gleichzeitig wird diese aber auch wieder hochgeladen. Damit trägst du zur öffentlichen Verbreitung bei. Das ist verboten und führt oft zu hohen Schadensersatzforderungen.

Soko Schulhof

In der Schule kursieren illegale Downloads! Die Soko ermittelt...